Alternative Heizmethoden – ihre Vor- und Nachteile
Heizsysteme, die im Gegensatz zu herkömmlichen Heizanlagen wie Öl oder Gasheizung, die Umwelt schonen und regenerative Energien nutzen, gibt es einige. Sie alle werben mit dem guten Gefühl, sich am Umweltschutz zu beteiligen und bares Geld zu sparen. Geht das wirklich?
Alternativen – was ist machbar?
Seit einigen Jahren werben Umweltschützer und Baufirmen insbesondere im Bereich der Fertighäuser für den Einsatz von alternativen Heizmethoden. Die Vorteile sind schnell erklärt: Durch die Verwendung von regenerativen Energien ist der Eigentümer eines Hauses oder der Bauherr in der Lage, seine Aufwendungen für Heizkosten wesentlich zu minimieren und vor allem unabhängig von den jeweiligen Marktpreisen zu werden. Aufgrund der Entwicklung der Gas- und Ölpreise in den letzten Jahren und der damit verbundenen Unsicherheit auf künftige Entwicklungen, wächst der Wunsch bei Hausbesitzern, alternative Systeme einzusetzen. Der Staat fördert dies obendrein oft mit Prämien oder Förderkrediten. Das Angebot bietet z.B. Gasheizungen mit Solarunterstützung, Holz-Pellet Heizungen oder auch Wärmepumpen, die Erdwärme nutzbar machen. Blockheizkraftwerke sind ebenfalls eine Option. Alle Systeme bieten natürlich die angesprochenen Vorteile wie relative Unabhängigkeit vom Versorger oder Umweltschutz. Allerdings sind trotzdem nicht alle Heizmethoden überall gleich gut geeignet. Wärmepumpen, die mit einer Tiefenbohrung arbeiten, bieten zwar einen relativ hohen Wirkungsgrad, sind aber nicht überall einsetzbar. Es muss die Bohrung genehmigt werden (ca. 100m), ein Platz für die Bohrung muss ebenfalls vorhanden sein. Nicht zu unterschätzen sind auch Größe der Anlage und Geräuschpegel. Ähnliches gilt für das Blockheizkraftwerk. Als effizienter Ersatz für herkömmliche Heizungen produziert es doch mit geringem Einsatz von fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas nicht nur Wärme, sondern auch Strom.
Regenerative Energie – die Abrechnung
So schön der Gedanke an Umweltbewusstsein und Unabhängigkeit auch sein mag, die meisten Hausherren stehen vielmehr vor der Frage der Finanzierbarkeit und Kosteneffizienz. Rein theoretisch ist die Nutzung regenerativer Energien günstiger, aber es gibt einiges zu beachten: Zu den Ersparnissen, z.B. über einen Zeitraum von 20 Jahren, müssen im Gegenzug die Ausgaben für die Anlage, die meist mit einigen Mehrkosten verbunden ist, gerechnet werden. Ein weiterer Faktor ist die Lebensdauer der Bauteile. Eine Wärmepumpe, die sich nach 15 Jahren weniger Heizkosten gegen die Anschaffung amortisieren sollte, ist nur dann effektiv, wenn die Bauteile nicht bereits nach zehn Jahren kostenaufwendig gewechselt werden müssen. Lebensdauer der Bauteile, Wirkungsgrad, also effektiv gesparte Beträge und Anschaffungs- und Installationspreis sollten der herkömmlichen Heizung überlegen sein, um eine Anschaffung kaufmännisch zu rechtfertigen.
Wie geht es weiter?
Aktuell ist es schwierig ein alternatives Heizsystem zu finden, das sich wirklich auszahlt. Das in Anspruch nehmen von Förderprogrammen kann das Verhältnis entsprechend verbessern. Der Einsatz kombinierter Technik wie die Gasheizung mit Solarunterstützung wäre der Mittelweg. Namenhafte Hersteller geben aber an, in den nächsten 5 Jahren den Wirkungsgrad der alternativen Heizmethoden so weit zu erhöhen, dass eine Kalkulation dann wesentlich positiver ausfallen wird. Als Haus- oder Bauherr sollten Sie sich aktuell über Ihre Möglichkeiten informieren und alle Optionen durchrechnen.
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